Genderbewusste (geschlechtsbewusste) Planung der Unterrichts- und Erziehungsarbeit

Die Kenntnis der Wirkung typisch weiblicher und typisch männlicher Rollenprägungen in unserer Gesellschaft ist gerade in der Schule von besonderer Bedeutung. Es gilt, diese im unterrichtlichen und erzieherischen Handeln, aber auch im kollegialen Umgang miteinander zu berücksichtigen, um Mädchen und Jungen sowie Frauen und Männern eine freie Wahl der Verhaltensweisen, unabhängig von geschlechtsspezifischen Erwartungshaltungen, zu ermöglichen.  Unser schulinternes Gender-Konzept soll zur Chancengleichheit von Jungen und Mädchen beitragen:   

Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen sind überall im statistischen Bereich belegbar: bei den Leistungsergebnissen in den jüngsten Schulstudien (PISA, Lernstandserhebungen, ZP10), bei der Wahl der Differenzierungskurse, bei Schulformwechseln und der Wiederholerquote, bei den Schulabschlüssen, bei der Auswahl der Praktikumsbetriebe, bei der Berufs- und Lebensplanung.

Besonders auffällig sind die gravierenden Defizite der Jungen im Bereich der Lesekompetenz mit Auswirkung auf nahezu alle Fächer. Es sind vor allem die Mädchen, die vom Deutschunterricht, insbesondere von literarischen Inhalten, profitieren und die dementsprechend den oberen Notenbereich dominieren.

Scheinbar schneiden Jungen in Mathematik häufig besser ab als Mädchen. Doch Mädchen sind in Mathematik nicht schlechter als Jungen. Zu diesem Ergebnis kommen neueste Studien. Allerdings trauen sich Jungen im mathematischen Bereich mehr zu.

Das Stereotyp von einer weiblichen Unterlegenheit in Mathematik steht also eindeutig im Widerspruch zu den tatsächlichen wissenschaftlichen Daten und auch zu unseren fachinternen Auswertungen. Die Ergebnisse zeigen, dass Mädchen genauso viel erreichen können wie die Jungen, wenn man ihnen eine angemessene Schulbildung bietet und sie weibliche Rollenmodelle vor Augen haben, die auf dem Gebiet der Mathematik sehr erfolgreich sind. Insgesamt ist der Anteil der Mädchen unter den Risikoschülern in Mathematik signifikant geringer als der Anteil der Jungen unter den Risikoschülern im Lesen. 

Schwerpunkt der derzeitigen schulischen Arbeit aufgrund statistischer Ergebnisse und eigener schulinterner Beobachtungen ist daher insbesondere die Jungenförderung.

Maßnahmen zur Jungenförderung: 

  • Arbeitsgemeinschaft „Kochkerle - Hauswirtschaft für Jungen“ 
  • verstärktes Bewegungsangebot im Bereich der sportlichen Arbeitsgemeinschaften 
  • Leseförderkurse für Jungen  
  • besondere Angebote für Jungen an Projekttagen (z.B. Leseprojekte zum Thema „Rund ums Buch“) 
  • besondere Angebote für Jungen in der Schülerbücherei 
  • Autorenbegegnungen für Jungen der Klassen 7 und 8 
  • Berücksichtigung des spezifisch männlichen Lern- und Leseverhaltens im Fachunterricht, insbesondere im Deutschunterricht

Maßnahmen zur Mädchenförderung: 

Jungen majorisieren häufig den Unterricht im mathematischen, im naturwissenschaftlich-technischen und im  sportlichen Bereich. Um hier Ausgleich zu schaffen, werden für Mädchen folgende Angebote gemacht: 

  • besondere Angebote aus dem Bereich der Mathematik 
  • Arbeitsgemeinschaft „Informatik für Mädchen“ 
  • Arbeitsgemeinschaft „Selbstbehauptung für Mädchen“ 
  • Arbeitsgemeinschaft „Technik“ für Mädchen (in Planung)

Weitere differenzierende Maßnahmen:

  • spezielle Unterrichtsvorhaben für Jungen und Mädchen zur Sexualerziehung in Kooperation mit der AWO
  • Girls´ Day und Boys´ Day

An diesem Tag haben nicht nur die Mädchen unserer Schule die Möglichkeit einen Praktikumstag in Berufszweigen, die eher typisch für Männer sind, zu absolvieren. Auch die Jungen können umgekehrt Einsicht in eher frauentypische Berufe nehmen.

Fachinterne Maßnahmen:

Die schulinternen Lehrpläne folgender Fächer beinhalten bereits Angaben zur Mädchen- und Jungenförderung: Deutsch, Englisch, Mathematik, Religionslehre, Biologie, Politik/Sozialwissenschaften und Sport. Eine Ausweitung auf andere Fächer ist vorgesehen. 

Darüber hinaus ist die Schulleitung bemüht, in den verschiedenen Klassen ein ausgewogenes Verhältnis von männlichen und weiblichen Lehrkräften herzustellen.

Elterninformation

Geplant sind Elterninformationsveranstaltungen, möglichst auch mit externen Referenten, zum Thema „Jungen- und Mädchenförderung“. 

 

 

 

Unsere Kochkerle machen an jedem zweiten Montag die Schulküche unsicher!